Zum Inhalt (Access key c)Zur Hauptnavigation (Access key h)Zur Unternavigation (Access key u)

Projekt: Floristen gestalten mit Sprossachsen

Floristen gestalten mit Sprossachsen


Die Auszubildenden der Florist-Mittelstufe (2. Ausbildungsjahr) am Gregor-Mendel-Berufskolleg in Paderborn führten unter der Leitung ihrer Fachlehrerin Ulrike Nentwich ein Projekt mit dem Titel ´Floristen gestalten mit Sprossachsen` durch. Vorgegeben waren ausschließlich das Thema und das Zeitfenster zwischen den Herbstferien und dem 1. Advent. Die Arbeitsergebnisse sollten in der Adventszeit im Schulgebäude präsentiert werden. Ein adventlicher Charakter der Werkstücke war möglich, jedoch nicht erforderlich.


1. Phase: Ideensammlung
Nach der Themenbekanntgabe herrschte eine zwiespältige Stimmung zwischen toller Herausforderung und „Ich-weiß-nicht-was-ich-machen-soll“-Gefühl. Schnell bildeten sich Kleingruppen, die erste Ideen diskutierten.
Es zeigte sich, dass ein mind-map diese Gedanken deutlicher strukturieren und die gestalterischen Möglichkeiten besser veranschaulichen kann. So fassten die Schülerinnen ihr bisher erworbenes Fachwissen zunächst nach unterschiedlichen Gesichtspunkten zusammen. Es entstand eine umfassende Übersicht über gestalterische Grundlagen (Ordnungsarten, Ordnungsgefüge, Anordnungen, Gestaltungsstile, Gestaltungselemente,…), Techniken und Verwendungsmöglichkeiten, die ihrerseits Grundlage für neue Ideen war.


2. Phase: Markt der Möglichkeiten
Um die Ideenfindung konkreter zu gestalten, wurden im Unterricht zunächst heimische Laubgehölze thematisiert und u.a. nach Bewegungsformen und Verwendungszweck, bzw. möglichen Techniken, gegliedert.
Im nächsten Schritt erhielten die Auszubildenden zahlreiche Abbildungen von Raumdekorationen.
Spätestens nach diesem letzten Input bildeten sich Teams, die ihre Ideen diskutierten und mit der Planung begannen.


3. Phase: Planung
Anhand einer prüfungsrelevanten Skizze, deren Anforderungen im Unterricht erarbeitet wurden, stellten die Auszubildenden ihre Entwürfe vor. Außerdem fertigten sie erstmals vollständige Werkstoff- und Materiallisten an. Und nachdem kleinere Fehler ausgemerzt waren, konnte endlich die praktische Umsetzung beginnen!
Um den finanziellen Aufwand möglichst gering zu halten, wurde gemeinsam überlegt, wer welche Werkstoffe aus dem eigenen Garten mitbringen könnte. So war eine Schülerin froh, ihren ganzen Pflaumenbaum sinnvoll entsorgen zu können. Die benötigten nonfloralen Werkstoffe wurden von der Schule zur Verfügung gestellt.


4. Phase: Praktische Umsetzung
Insgesamt vier Unterrichtstage lang wurde im schuleigenen Florist-Arbeitsraum gedrahtet, gewunden, gesteckt, gerödelt und geklebt. Begeisterung über das eigene Werkstück und die neu erlernte Technik machte sich breit. Leider waren auch Rückschläge zu verkraften, die jedoch mit Tapferkeit hingenommen wurden. Auch aus Fehlern lernt man!
Als am vierten Praxistag die ersten Gruppen fertig waren, zeigte sich der Teamgeist in den Klassen: Auszubildende, die bereits ihre Werkstücke auf einer der drei Etagen im Schulgebäude aufgebaut hatten, halfen Mitschülerinnen bei der Fertigstellung ihrer Arbeiten. Um den Mitschülern und Besuchern die Werkstücke besser zugänglich zu machen, fertigte abschließend jede Gruppe im Computerunterricht eine schriftliche Erklärung an, laminierte diese zusammen mit der Skizze ein und präsentierte sie neben dem ausgestellten Werkstück.
Die Ausstellung ´Floristen gestalten mit Sprossachsen` war fertig.
5. Phase: Analyse und Bewertung
Vierzehn Tage nach Fertigstellung der Ausstellung erfolgte die Auswertung. Die zeitliche Distanz zwischen Durchführung des Projektes und seiner Auswertung diente nicht nur dazu, etwas Abstand zu gewinnen, sondern ermöglichte einen weiteren Lerneffekt: die Auszubildenden konnten beobachten, wie sich die Werkstoffe mit der Zeit verändert hatten. Manche Drahtungen lockerten sich, da die Werkstoffe eingetrocknet waren.
Jede Gruppe stellte ihr Werkstück vor und berichtete aus der Erarbeitungsphase. Nach der Begründung der gestalterischen und technischen Entscheidungen erläuterten die Auszubildenden Probleme und Besonderheiten bei der praktischen Umsetzung. Abweichungen von der Planung wurden angesprochen und erläutert. Zahlreiche Rückfragen und anerkennende Bemerkungen aus der Klasse verdeutlichten das allgemeine Interesse. Manchmal war es für die Schülerinnen schwer zu verstehen, dass das eigene Werkstück für den gewünschten Standort nicht gut geeignet war. Doch nach der Erarbeitung von Grundlagen der Platzierung für die Werkstücke im Schulgebäude (unter Berücksichtigung der Fernwirkung, Lichtverhältnisse, Laufwege sowie Einflüssen des Hintergrundes und des Bodens) fiel es den Auszubildenden dann nicht mehr ganz so schwer, die Entscheidung zu akzeptieren.
Abschließend wurden alle Werkstücke unter den Aspekten Zeitaufwand und Schwierigkeitsgrad im Hinblick auf ihre Prüfungsrelevanz diskutiert.


Rückblick
Ein Projekt über fünf Wochen mit 44 Auszubildenden der Mittelstufe und einem Thema, das nahezu alle Möglichkeiten offen lässt: ist das sinnvoll? Rückblickend heißt die Antwort eindeutig ja! Die Auszubildenden haben nicht nur viel neues theoretisches Fachwissen erworben (Anfertigen von prüfungsrelevanten Skizzen, Pflanzenkenntnis im Bereich heimischer Laubgehölze, Platzierung von Werkstücken im Raum), neue Techniken ausprobiert und eine tolle Raumdekoration angefertigt. Sie haben auch geübt, sich in der Gruppe zu arrangieren, sich durchzusetzen, aber auch Kompromisse einzugehen. Durch den motivierten Einsatz vieler Schülerinnen, selbst Sprossachsen mitzubringen, die teilweise von Eltern oder Freunden schon verarbeitungsgerecht gesägt worden waren, entstand eine hohe Verbundenheit zu den Werkstücken und eine große Wertschätzung. Zudem konnten die Kosten für die gesamte Ausstellung unter 150 Euro gehalten werden.

Eine durchgehend positive Resonanz erlebte die Ausstellung auch von allen am Schulleben Beteiligten. „Wir hatten noch nie so eine schöne Adventsdekoration!“, freuten sich Lehrer und Schulleitung gleichermaßen. Auch Eltern und Betriebsinhaber, die zu einer Infoveranstaltung ins Berufskolleg kamen, zeigten sich sehr erfreut und beeindruckt.
Und was sagen die Auszubildenden?
„So macht Schule Spaß! Man lernt auch Techniken, für die man im Betrieb keine Zeit hat.“ „Mir hat das Projekt sehr viel Spaß gemacht und ich würde so etwas gerne öfter machen. Ich fand vor allem die Teamarbeit und die große Herausforderung gut! Außerdem wird unsere Schule dadurch verschönert.“ „Solche Projekte fördern die Kreativität und die Teamfähigkeit.“ „Insgesamt fand ich das Projekt sehr gelungen, da man auch von anderen Werkstücken lernen konnte und eine tolle Ausstellung entstanden ist. So etwas würde ich gerne jederzeit wieder machen!“


Anschrift

Gregor-Mendel-Berufskolleg
Bleichstraße 41a
33102 Paderborn
Deutschland

Kontakt

Telefon: 05251 87005 - 7
Telefax: 05251 87005 - 99
E-Mail senden

Hinweise